Bremer Kinder- und Jugendkantorei: Weser-Kurier-Artikel

Stadtmusikanten mal swingend, mal rockig

Die Bremer Kinder- und Jugendkantorei hat die Corona-Krise kreativ genutzt. Chorleiterin Ilka Hoppe hat während des ersten Lockdowns mit ihrem Chor das Hörspiel ›Bremer Stadtmusikanten‹ auf CD eingespielt.

BREMEN – STADTTEIL MITTE

»Wie wollen wir leben?« Diese Frage stellte die Bremer Kinder- und Jugend-Kantorei unter der Leitung von Ilka Hoppe schon, als die Mitglieder ihre Version der „Bremer Stadtmusikanten“ zum Jubiläumsjahr des berühmten Quartetts im Brauhauskeller des Theaters Bremen spielten. Wie viele andere Chöre befindet sich auch die Bremer Kinder- und Jugend-Kantorei seit dem ersten Lockdown in einer prekären Situation. Seit Mitte März mussten alle Aufführungen abgesagt werden, über Monate hinweg durfte nicht mehr geprobt werden. Von der Planbarkeit neuer Projekte ganz zu schweigen. Chorleiterin Ilka Hoppe wollte jedoch während des Lockdowns im Frühjahr unbedingt den Kontakt zu den jungen Chorsängerinnen und -sängern halten.

Und so entstand die Idee, die ›Bremer Stadtmusikanten wieder unterwegs‹ als musikalisches Hörspiel auf CD einzuspielen. Ein besonders diffiziles Unterfangen, mussten doch die Chorstimmen, von denen jede einzelne für sich zu Hause aufgenommen wurde, aufwendig zusammengeschnitten werden. »Die Begleitung des Kaffeehaus-Orchesters über Kopfhörer im Ohr sangen die Beteiligten ihre Parts einzeln ein. Die Sprecher-Texte wurden im Studio aufgenommen – oder am Original-Schauplatz im Oberneulander Wald«, erläutert Hoppe. Die Ton-Regie übernahm Gerd Anders. Das Ergebnis der vorliegenden Hörspielidee überzeugt voll und ganz. Die Stadtmusikanten kommen mal swingend, mal rockig daher.

Als besonders talentiert erweisen sich die Sprecherinnen und Sprecher aus den Reihen der Bremer Kinder- und Jugendkantorei. Wenn die Stadtmusikanten die Räuber überraschen, dann sind die gerade dabei, ein wildes Fest zu feiern und in ungehobeltes Gelächter auszubrechen. Da ist dann von Plautze und Rübe die Rede. Und als lokalpatriotisch gestimmter, junger Chor, darf natürlich auch eine Hymne auf ›Bremen, oh Bremen, Du wunderbare Welt‹ nicht fehlen. Im Refrain wird davon geschwärmt: »Ist man einmal in Bremen, will man hier nie wieder raus«. Na, denn man tau, würden Plattsnacker da wohl sagen. Und, wenn so von den Vorzügen Bremens geschwärmt wird, stolpern die Chormitglieder natürlich auch über den spitzen Stein.

Die Schicksale unter anderem von Esel und Katze sind aber auch bemitleidenswert. Der Esel ist von seinem Arbeitgeber als alter Grauschimmel diffamiert, die Katze von ihrer Herrin auf die Straße verfrachtet worden, weil sie lediglich einen Tag frei haben wollte, um ihre Rente einzureichen. Und deshalb ziehen sie, hoffnungsvoll nach Bremen, wie sie singen. Ihr Fazit lautet: »Denn alle Farben braucht das Land!« Die Texte und Melodien kommen wie stets aus der Feder von Christoph Jäger und Ilka Hoppe. Für die Arrangements und Kompositionen zeichnet Constantin Dorsch vom Bremer Kaffeehausorchester verantwortlich.
Weitere Informationen

Die CD ›Bremer Stadtmusikanten wieder unterwegs‹ ist im Pfarrbüro St. Johann und im Atrium Kirche gegen einen Kostenbeitrag von zehn Euro zu haben. Außerdem ist sie in der Humboldt-Buchhandlung, Ostertorsteinweg 76, und in der Tabak-Passage Grunow, Auf den Häfen, zu haben. Oder aber im Versand für zwölf Euro direkt bei der Kinder- und Jugendkantorei über .